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Heimatmuseum Wertach

Wo der Fürstbischof über den Feind reitet

„Die Schlacht auf dem Lechfeld“ erstrahlt in neuem Glanz

Franz Sales Lochbihler, der am 29. Januar 1777 in Wertach geboren wurde, zählt zu den talentiertesten Malern, die das Allgäu hervorgebracht hat. Als Sohn eines Wagners sollte Franz Sales landwirtschaftliche Arbeiten machen. Er stellte sich absichtlich so dumm an, dass ihn seine Mutter mit einer Ohrfeige vom Felde jagte. Dies war ihm nur recht, denn nun konnte er zeichnen, was ihm der Vater immer gerne gestattete. Der Schlossverwalter Eberle aus Oberdorf wurde bei der Durchreise auf F.S. Lochbihler aufmerksam und ermöglichte Ihm eine Ausbildung als Maler. Später reiste Lochbihler von Schloss zu Schloss und fertigte Porträts und Altarbilder an und wurde zum Historienmaler. Diesen Einblick aus der Autobiographie von F.S. Lochbihler gab Melchior Fischer, selbst Maler, zur Einstimmung der „Bildenthüllung“.
Im Wertacher Heimatmuseum ist eine Galerie dem wohl berühmtesten Wertacher Bürger gewidmet. Das Gemälde „Die Schlacht auf dem Lechfeld“ war durch die Jahre sehr in Mitleidenschaft geraten. Risse und Wellen erforderten eine neue Bespannung, so Museumsleiter Franz Bögle. Die Rissbildung und die Wellen wurden beseitigt und der Schutzanstrich, Firnis genannt, wurde ab- und wieder aufgetragen. Ein neuer Malgrund folgte, es wurde „gespachtelt“ und „geschliffen“, dann erhielt das Bild einen neuen Rahmen, so Restaurator Gebhart Eyerschmalz aus Reichholzried.
Das 2,05 × 1,50 m große Bild zeigt wie den Raubüberfällen der Ungarn nach Deutschland im Jahre 955 ein Ende gesetzt wurde. Erstmals kämpften die Bayern, Schwaben, Franken und Sachsen gemeinsam vor Augsburg gegen die Ungarn. Auf dem Historienbild sind Kaiser Otto I. und Bischof Ulrich von Augsburg abgebildet.
Der Schriftsteller W.G. Sebald, ebenfalls in Wertach geboren, hat auch einen Ausschnitt des Lochbihlerbildes in seinem Buch „Schwindel. Gefühle“ und schreibt hier„…Fürstbischof Ulrich mit seinem Schimmel über einen am Boden liegenden Hunnen hinwegreitet und auf dem auch alle Pferde diese irren Augen haben,…“. Irrtümlicher Weise ordnet Sebald das Bild dem Maler Josef Hengge zu, so Dieter Kraus von der Touristinfo Wertach. Ein weiteres Gemälde, ebenfalls von der Ungarnschlacht befindet sich auch im Museum, gemalt von Josef Anton Bögle, aus dem Jahre 1851.
Die Restaurierung war durch Spenden des Touristikfördervereins und aus
Einnahmen der Museumsnacht, sowie dem Gewinn aus „Bayerns Beste Bayern“
möglich geworden. Bürgermeister Eberhard Jehle dankte den Sponsoren und freute sich, dass das Geld beim Museum sehr gut angelegt wurde.

Pressebericht vom 28.02.2013
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Pressebericht vom 28.02.2013

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Grüntenseestr. 27
87497 Wertach

Tel. 08365 702 199
Fax 702121

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Ausstellungsstücke aus Land- und Forstwirtschaft

Heimatmuseum Wertach

Öffnungszeiten: Januar bis Oktober, jeden 1. Mittwoch im Monat, von 15 - 17 Uhr.

Im Jahre 1931 wurde das Heimatmuseum gegründet. Seit 1968 sind die zu besichtigenden Gegenstände im Feuerwehrhaus untergebracht.

Neben handwerklichen Geräten ist eine Gemäldegalerie, sowie eine Sammlung von Jagd- und Kriegswaffen ausgestellt.

Eintrittspreise:
Erwachsene 2,-- Euro, Kinder 1,-- Euro
( mit Gästekarte "Allgäu-Walser-Card" FREIER Eintritt - Spenden erwünscht)